Was Unternehmen unterschätzen, wenn sie ihre Texte selbst schreiben

Chaotischer Schreibtisch, brainstorming für Texte

Dieses Bild wurde mit Hilfe von KI generiert.

Viele Unternehmen schreiben ihre Inhalte selbst. Die Gründe sind logisch: Man kennt das eigene Produkt am besten und «spart Kosten». Doch was als Plan für mehr Effizienz beginnt, endet oft in einer Sackgasse aus Betriebsblindheit, Zeitnot und Texte, die im Nirwana verschwinden.

Ich starte mit einem Beispiel: Eine renommierte Schweizer Firma lanciert ein Produkt. Die Ingenieur:innen haben Jahre investiert, das Marketingbudget ist beachtlich. Doch am Tag der Veröffentlichung erscheint eine Medienmitteilung, die so bleiern und fachlich überladen ist, dass kein:e Journalist:in sie bis zum zweiten Absatz liest. Oder eine Kampagne listet zwar jedes technische Detail auf, ignoriert aber die entscheidende Frage der Kundschaft: «Was habe ich davon?»

In diesen Momenten wird Text zum teuren Missverständnis.

Der «Fluch des Wissens»: Warum interne Texte oft scheitern

Als Texterin beobachte ich oft das Phänomen der Betriebsblindheit. Wer sein Angebot in- und auswendig kennt, setzt zu viel voraus. Fachbegriffe schleichen sich ein, Selbstverständlichkeiten hinterfragt niemand mehr. Das ist mir übrigens auch schon passiert.

Sätze wie «Wir stehen für Qualität und Innovation» klingen intern stimmig, bleiben extern aber eine leere Hülle.

Warum scheitern etwa 80% der Medienmitteilungen? Weil sie die «Inverted Pyramid» (das Wichtigste zuerst) ignorieren und wie ein interner Bericht aufgebaut sind. Journalist:innen suchen eine Story, kein Protokoll. Wenn die Hierarchie der Botschaften fehlt, landet die Nachricht im Papierkorb.

Als Texterin bringe ich die nötige Distanz mit. Ich stelle die Fragen, die intern längst niemand mehr stellt. Ich nutze Reduktion als Werkzeug, um den Kern deiner Botschaft freizulegen. Denn so komisch es auch klingen mag: Gute Kommunikation liegt im Weglassen.

Vom Zeitfresser zum strategischen Instrument

Schreiben macht nur einen Bruchteil der Arbeit aus. Davor recherchieren, definieren und strukturieren wir; danach schleifen und feilen wir am Text, bis er für den jeweiligen Kanal sitzt.

Gerade in kleineren und mittleren Unternehmen tragen einzelne Personen mehrere Rollen gleichzeitig. Ein:e Marketingmanager:in ist oft auch Grafiker:in, Texter:in, SEO-Verantwortliche:r und Kampagnenplaner:in in einem. Wenn du ständig zwischen Tools und Prioritäten wechselst, bleibt für gute Texte oft nur das übrig, was gerade noch möglich ist.

Welche Fehler passieren beim Selberschreiben am häufigsten?

Um eine Botschaft zu vermitteln, geht es nicht um die Fülle an Wörtern, sondern um die Dramaturgie dahinter. Da wir heute alle schneller scannen als lesen, gilt: Weniger wirkt mehr:

  • Angebotsunterlagen: Scheitern oft, weil sie zu erklärend statt überzeugend sind. Sie füttern den Kopf, aber bewegen nicht das Herz (oder den Entscheidungsfinger).
  • Interne Kommunikation: Fehlt oft die klare Hierarchie. Wenn alles wichtig ist, ist am Ende nichts wichtig.
  • Webtexte: Hier entscheidet die Tonalität über die Markenidentität. Klingt eure Website wie jede andere, seid ihr austauschbar.

Checkliste: Texte selbst schreiben oder Profis ans Werk lassen?

Hand aufs Herz: Wo stehst du aktuell? Bevor du den nächsten Text entwirfst, mach den kurzen Check: Lohnt sich das Selberschreiben noch oder verbrennst du wertvolle Ressourcen?
Kostenlose Checkliste downloaden

Auswertung: Wie steht es um deine Worte?

Zähle eure Häkchen zusammen und schau, wo ihr steht:

  • 0–1 Häkchen: Alles im grünen Bereich. Ihr habt eure Kommunikation gut im Griff, die Strukturen sitzen und die Botschaften kommen an.
  • 2–3 Häkchen: Hier zeigen sich erste Reibungsverluste. Ihr investiert viel Energie, aber die Wirkung verpufft teilweise noch. Hier lohnt sich ein genauerer Blick von aussen, um die Streuverluste zu minimieren.
  • 4 oder mehr Häkchen: Lass uns sprechen. Eure Texte kosten euch momentan mehr Zeit und Nerven, als sie Nutzen bringen. Wahrscheinlich steckt ihr tief im „Fluch des Wissens“. Zeit, den Storytelling-Turbo zu zünden und eure Kommunikation auf eine strategische Ebene zu heben.

Mein Angebot für dich

Hast du bei der Checkliste mehr als 4 Häkchen gesetzt? Kein Grund zur Panik. Schick mir einen Screenshot deiner Checkliste oder einen Text, mit dem du gerade kämpfst. Ich werfe einen unverbindlichen Blick darauf und sage dir, an welchem Hebel wir zuerst drehen müssen.

Die subtilen Hebel der Profis

Wer Kommunikation professionell betreibt, weiss, dass es nicht um «schöne Wörter» geht (wie bereits in meinem letzten Blogartikel thematisiert). Es geht um psychologische Leserführung. Texte folgen je nach Kanal anderen Regeln. Als Texterin stelle ich mir Fragen wie:

  • Entspricht die Dramaturgie dem Medium? Ein LinkedIn-Post braucht einen anderen Spannungsbogen als ein Whitepaper.
  • Ist die Tonalität konsistent zur Markenidentität oder nur eine Kopie der Mitbewerber?
  • Wird die Suchintention (SEO) bedient, ohne dass der Lesefluss unter dem Keyword-Druck zusammenfällt?

Lust auf einen frischen Blick?

Ich bin für dich da. Manchmal reicht schon ein neutraler Blick von aussen, um Texte klarer, strukturierter und wirkungsvoller zu machen, ohne alles neu erfinden zu müssen.

Als professionelle Texterin und Storytellerin unterstütze ich dich dabei, Inhalte zu entwickeln, die Menschen verstehen und bewegen. Wollen wir deine Kommunikation vom «Sachbuch-Modus» in echtes Storytelling verwandeln?

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